Tragedauer und Erholungszeiten von Mund-Nasen-Bedeckung (MNB)

Die Nachfragen zur Tragedauer und Erholungszeiten von Mund-Nasen-Schutz hat in den letzten Monaten zugenommen und viel Unsicherheiten mit sich gebracht.

Es gibt dazu eine aktualisierte Fassung vom 7.10.2020 der DGUV zur „Empfehlung zur Tragezeitbegrenzung für Mund-Nase-Bedeckungen (MNB) im Sinne des SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandards und der SARS-CoV-2-Arbeitsschutzregel“.tragezeitbegrenzung_kobas_27_05_2020.pdf (116,3 KB)

Was sind Ihre Themen beim Tragen von Masken?

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Es gibt eine aktualisierte Fassung unter:

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Danke lieb Björn, für die neue Fassung :slight_smile:

Liebe Frau Mohrmann, was ich tatsächlich in Bezug auf das Tragen von Masken wissen wollte ist in der gesamten PDF nicht „offensichtlich“ enthalten. Es wird über FFP1 und 2 Masken gesprochen. Als Laie vermisse ich die Standardmasken sowie die aus Eigenproduktion, welche zumeist im Einsatz sind. Es wäre doch wichtig, ohne 100 Fußnoten auf den Punkt zu sagen: Masken aus Leinen, Lableinen, Baumwolle etc. können … Stunden getragen werden, unter hoher körperlicher Belastung… Stunden. Das wäre die Aussage, welche unter dieser Überschrift vorrangig erwartet wird. Fachjargon hilft der breiten Masse wenig.

Liebe Frau Ehhalt, schön, dass Sie bei uns auf der Community dabei sind. Vielen Dank für Ihre Rückmeldung. Es gibt von der BAuA eine schöne Übersicht über die verschiedenen Maskentypen und ihre Schutzmöglichkeiten. Leider ist hier die Tragedauer nicht vermerkt.
Vielleicht kennst du @Bjoern oder @Angelika eine gute Übersicht die Frau Ehhalt weiter helfen könnte.

Es gibt keine gesetzliche Tragezeitbegrenzung. Es werden lediglich Anhaltswerte zur Verfügung gestellt. Schlussendlich entscheiden die Rahmenbedingungen, die verwendeten Masken und die körperliche Konstellation des Anwenders die Tragezeiten und -dauer.

Bei den sogenannten Alltags- oder Community-Masken (Mund-Nasen-Bedeckungen) handelt es sich um nicht standardisierte, nennen wir es Hygieneartikel.

Der Spitzenverband der Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) hat sich an das Thema herangetraut und die oben verlinkte Ergebnisse veröffentlicht:

„Im Ergebnis wird nach dem derzeitigen Stand der Erkenntnisse eine Tragezeitbegrenzung für MNB entsprechend DGUV Regel 112-190 Anhang 2 für filtrierende Halbmasken mit Ausatemventil für einen pragmatischen Ansatz angesehen.“

„Die DGUV-Regel 112-190 empfiehlt für partikelfiltrierende Halbmasken mit Ausatemventil (einschließlich FFP1) bei mittelschwerer Arbeit (Atemminutenvolumen 20 bis 40 l/min.) und fortwährenden Gebrauch eine Tragedauer von zwei Stunden mit einer anschließenden Erholungsdauer von 30 Minuten.“

… „So ist bei leichter Arbeit eine Verlängerung der Tragedauer auf 3 Stunden möglich.“

Es sei darauf hingewiesen, dass die gesetzliche Anforderung eine Mund-Nase-Bedeckung zum Fremdschutz zu tragen, auf der Corona-Verordnung des Landes zum allgemeinen Infektionsschutz (Bevölkerungsschutz) basiert. Die Norm ist nicht der Arbeitsschutz, dieser wird lediglich tangiert. Nach § 28 Abs. 1 Infektionsschutzgesetz (IfSG) trifft die Behörde (und nicht der Arbeitgeber) die notwendigen Schutzmaßnahmen soweit und solange es zur Verhinderung der Verbreitung übertragbarer Krankheiten erforderlich ist.

Ausnahmen sind dann möglich, wenn es die Landesverordnung vorsieht. Und der Verordnungsgeber sieht keine Tragezeitbegrenzung vor.

So gibt es auch keine Tragezeitbegrenzung (iSv Ausnahme), wenn sie von Karlsruhe nach Hamburg im ICE (auch beruflich) 5:27 h Stunden unterwegs sind, insofern das Tragen einer MNB auch nicht arbeits- oder tätigkeitsbedingt stattfindet, sondern aufgrund des allgemeinen Infektionsschutzes.

Man kann es mit Fahrzeiten im Firmen-PKW vergleichen. Auch hier wird den Arbeitgebern empfohlen, die zeitliche Planung so zu veranlassen, dass dem Beschäftigten ausreichend Fahrpausen zur Verfügung stehen. Ohne dies im Detail regeln zu wollen - unabhängig gesetzlicher Pausenregelungen.

So der Stand gestern.

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